In der Bevölkerung gibt es viele Informationen die über den Umgang und  die Gefahren von Asbest kursieren.

Da Asbest Gesundheitsschädliche Folgen haben kann, sollte der Umgang mit Asbest bzw. Asbestprodukten sehr ernst genommen werden. Arbeiten wie Demontage, Rückbau oder Sanierungen (sogenannte ASI-Arbeiten) sind für Menschen ohne Sachkundenachweis untersagt.

Der folgende Artikel hat das Ziel ein paar der offenen Fragen über Asbest zu beantworten. Dabei werden die folgenden Fragen explicit beantwortet.

  1. Was ist Asbest überhaupt?
  2. Warum wurde Asbest verbaut?
  3. Wie erkenne ich Asbest?
  4. Wo kann man Asbestprodukten begegnen?
  5. Wie verhalte ich mich richtig wenn ich die Vermutung habe ein Asbesthaltiges Produkt zu erkennen?

1. Was ist Asbest?

Asbest ist ein Mineral. Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene kristallisierte faserförmige Silikate. Man unterscheidet bei Asbest unter zwei Hauptgruppen, die Serpentinasbeste und die Amphibol Asbeste.

Abgebaut  wurde Asbest an den unterschiedlichsten Orten der Welt. Zu den größten Abbaugebieten zählten Kanada, Russland, China und Brasilien. Kanada hat inzwischen den Abbau von Asbest eingestellt.

In Deutschland wurden zwischen den Jahren 1955 – 1980, jährlich über 100.000 Tonnen verarbeitet. Es wurde in über 3000 Verschiedene Produkte und Bauteile zugefügt.

Seit dem Jahre 1995 ist die Einfuhr, der Einsatz und die Verarbeitung von Asbest und Asbestprodukten verboten.

Bei der Sanierung von Asbestprodukten oder asbesthaltigen Bauteilen unterscheidet man zwischen schwachgebundenen und festgebundenen Asbest. Schwachgebundener Asbest hat eine Dichte von bis zu 1000 kg . Festgebundener Asbest beginnt ab einer Dichte von 1400 kg . Der Bereich zwischen 1000 kg   und 1400 kg  ist nicht vom Gesetzgeber definiert.

2. Warum wurde Asbest verbaut?

Asbest ist grundsätzlich ein vielseitiges Material. Es wurde aufgrund seiner guten chemischen Eigenschaften lange Zeit in Baustoffen beigefügt. Es ist nicht Entflammbar und sehr Hitzeresistent. Außerdem kann es auf Grund seiner Faserigen Struktur die Zugfestigkeit von Baustoffen erhöhen. Es wurde ebenfalls als Elektrischer Isolator eingesetzt. Weiter hat Asbest eine sehr hohe chemische Resistenz.

Auf Grund dieser Eigenschaften wurde Asbest oft an den Stellen verbaut, wo eine hohe thermische Belastung vorlag, zum Beispiel Flanschdichtungen an Heizleitungen.

3. Wie erkenne ich Asbest?

Asbest ist sehr schwer zu erkennen. Es zeichnet sich durch seine Faserige Struktur aus. Da sowohl Faserbreite als auch Faserlänge im μm-Bereich (0,000001m) liegen, ist eine optische Bewertung oftmals schwierig. Hinweise, ob ein Bauteil Asbesthaltig ist, kann das Bauteilalter geben. Seit dem Jahre 1995 ist die Verarbeitung von Asbest in Deutschland grundsätzlich verboten. Daher ist in jüngeren Bauteilen ein Asbestanteil unwahrscheinlich. Da sich das Herstellungsdatum von Bauteilen oftmals nicht eindeutig bestimmen lassen, liefert das Einbau Datum keine verlässliche Aussage.

! Achtung ! Das grundsätzliche Asbestverbot ist ein deutsches Gesetz. Bauteile die in anderen Ländern hergestellt wurden, können Asbestanteile aufweisen. In der Europäischen Union besteht ein Verbot für Asbest seit 2005. Andere Länder wie China oder Russland bauen Asbest nach wie vor ab.

Eine wirklich Verlässliche Methode zur Überprüfung des Asbestanteils ist nur die Analyse mit Hilfe eines Rasterelektonenmikroskops. Dort lassen sich die Asbestfasern eindeutig nachweisen.

! Hinweis ! Auch bei der Probenentnahme ist sehr vorsichtig vorzugehen und unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben und Verordnungen zu handeln. Das abbrechen oder lösen des Probenstücks kann unkontrolliert Fasern freisetzen. Dadurch können auch Bereiche in denen kein Asbest verbaut wurde kontaminiert werden. Es ist dazu zu raten die Probenentnahme von einem Profi durchführen zu lassen.

4. Wo kann man Asbestprodukten begegnen?

Grundsätzlich kann Asbest in den unterschiedlichsten Produkten und Bauteilen gefunden werden. Häufige Verwendung hat Asbest vor allem in thermisch Belasteten Bauteilen. So wurde es früher oft in Flanschdichtungen von Heizleitungen oder Gasbrennern verbaut.

Da Asbest in über 3000 verschiedenen Produkten und Bauteilen zum Einsatz kam ist ein Komplette Auflistung aller möglichen einsatzgebiete nicht möglich.

Die Folgende Auflistung soll einen Überblick über die häufigsten Einsatzgebiete liefern.

  • Fassadenplatten (Kunstschiefer)
  • Dachwellplatten
  • Blumenkübel
  • Flanschdichtungen
  • Fensterkitt
  • Brandschutztüren
  • Brandschutzklappen
  • Fliesen- und PVC Kleber
  • Entlüftungskanäle von Heizungen
  • Vinyl-Asbestplatten (Flexplatten)

5. Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich die Vermutung habe ein asbesthaltiges Produkt zu erkennen?

Grundsätzlich lässt sich sagen dass man den Verdacht auf Asbest sehr ernst nehmen sollte. Unsachgemäßer Umgang kann Gesundheitliche und Finanzielle Folgen verursachen. Aus diesem Grund sollte bei Verdachtsmomenten immer ein Sachkundiger hinzugeholt werden. Es sollte unter Berücksichtigung aller Gesetzlichen Vorschriften und Verordnungen eine Probe des Materials genommen werden. Dabei ist die Persönliche Schutzausrüstung unbedingt zu beachten. Anschließend wird die Probe in einem Labor mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops untersucht. Anhand der Analyse lässt sich zweifelsfrei feststellen ob in dem Untersuchten Produkt Asbestanteile enthalten sind. Die Dauer der Analytik beträgt in der Regel 1-2 Wochen. Wird bei der Analytik festgestellt das Asbestfasern im Produkt vorhanden sind, ist unbedingt dazu zu raten einen Fachbetrieb anzufragen.